auf Süß und Salzwasser Räuber
  Jigköpfe selbstgemacht
 


Jigköpfe selbstgemacht

 

 

 

Von Tom Rustmeier

 

 

 

 

Das Fischen ein teures Hobby ist und aufs Jahr gesehen jede Menge Geld schluckt wird einem nach dem Besuch beim Angelhändler um die Ecke schmerzhaft vor Augen geführt.
 
Selbst wenn man nur zum schauen in den Laden geht und sich ein paar Kleinigkeiten kauft die man immer gebrauchen kann,  ist man schnell die hart verdienten Euros los.
Gerade bei Jigköpfen gehen die Preisspannen je nach Händler von 65 Cent bis hin zu 2€ pro Stück.
 
Wer viel mit dem Gummifisch Angelt wird auch zwangsläufig, je nach Gewässerstruktur, Hänger und Abrisse haben. Da kommt man pro Gummifisch leicht mal auf 2€ die im Wasser verschwinden. Hat man nun ein sehr Hängerträchtiges Gewässer vor sich, geht so ein Angeltag schnell in die Geldbörse.
Doch genau hier kann man als Handwerklich begabter Angler einiges sparen.
 
 
Um den Verlust ein wenig zu mindern bietet es sich an die Jigköpfe selber zu Gießen. Dafür ist kein besonders großes Fachwissen von Nöten, jeder einigermaßen geschickte Angler bekommt das gut hin.
 
Vor einigen Wochen habe ich zusammen mit meinem Vereinskameraden Olaf Hartmann bei Ihm im Hobbykeller eine Bleigießaktion gemacht, so haben wir das schlechte Wetter genutzt um unsere Boxen für die kommende Raubfischsasion wieder zu füllen.
 
Dabei ist eine kleine Fotoreportage entstanden anhand derer ich euch Erklären möchte wie man sich selber billig Jigköpfe herstellen kann.
 
 
Es gibt die verschiedensten Formen auf dem Markt zu kaufen, wir haben uns für den Eriejig entschieden. Der sogenannte Stand Up Kopf läuft in Still und Fließgewässern einfach echt Klasse und hat durch seine Form weniger Wasserwiederstand.
 
 
 
eine Do It Bleikopfgießform, bekommt man im Fachhandel bereits für unter 50€. Der Anschaffungspreis ist bei Anglern die viel Fischen schnell wieder reingeholt. Die Gewichte gehen von 3,5 gr, 7 gr, 10 gr, 17 bis hin zu 21 gr. Für jeden Anwendungsbereich ist also etwas dabei.

 


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hier zu sehen die 4/0 Babarian VMC Haken die wir benutzt haben, für unsere zwecke ist diese größe genau das richtig. Hauptsächlich benutzen wir die 4/0 Haken für 10 cm Gummifische die dann Hechte und Zander fangen sollen. Aber auch größere Barsche lassen sich von der Hakengröße nicht abschrecken. Die VMC Haken kann ich jedem nur ans Herz legen, sehr scharf und stabil. Die biegen im Drill nicht einfach so auf. Preis pro Haken je nach Einkauf bei ca 15-20 cent.

 

 


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zuerst wird das Blei in kleine Stücke vorgeschnitten damit es dann leichter Einzuschmelzen geht. Blei kann man kaufen, oder aber man besorgt es sich bei Bekannten die z.b. Ihre Dachrinnen Sanieren, dann bezahlt man nichts.

 


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die vorgeschnittenen Stücke in einer kleinen Schale gesammelt, so kann man je nach bedarf nachschmelzen.

 

 


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hier ist die Do-It Form nochmal in groß zu sehen. Es kann mit dieser Form pro Guss je ein Hakengewicht gefertigt werden.


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auf einem Gaskocher wird dann mittels einer ausgemusterten Suppenkelle das Blei erhitzt. Wichtig hierbei ist das Ihr für ausreichende Belüftung sorgt. Bleidämpfe sind extrem Giftig, es sollte am besten unter freien Himmel oder vor geöffnetem Fenster gearbeitet werden. Wichtig ist das die Kelle eine Verjüngung hat damit das Blei auch Sauber in die Form gegoßen werden kann.


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Während das Blei sich erhitzt und anfängt zu schmelzen lädt man die Form mit den ersten Haken. Wichtig hierbei ist das die Haken Sauber in der Form sitzen. Ist dies nicht der Fall schließt die Form nicht richtig ab und die Haken bekommen nicht die richtige Form.

 


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nach einiger Zeit wird der Schmelzpunkt erreicht und das Blei wird flüssig

 

 


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ist es flüssig kann damit angefangen werden die Form zu füllen. Wir haben hierfür die Form in eine Schraubzwinge eingedreht. Die Form wird durch das Blei erwärmt und kann so zu Verbrennungen führen. Also Vorsicht walten lassen.


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so sieht dann die Oberfläche nach dem befüllen der Kanäle aus. Nun das Blei ein paar Minuten abkühlen lassen.


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hier auf dem Bild ist sehr schön zu erkennen wieviel Schlacke sich im laufe der Zeit in der Kelle sammelt. Diese solltet Ihr immer wieder abschöpfen damit die Köpfe sauber werden.

 

 


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nachdem die Köpfe ein wenig abgekühlt sind könnt ihr die Schraubzwinge lösen, die Form öffnen und die Köpfe herrausnehmen. Am besten fasst Ihr die am Haken an. Vor dem befüllen muß weder mit Talk noch anderen Dingen die Form geschützt werden. Das Blei läßt sich ohne Probleme rausnehmen und backt nicht fest.
 
Dann mittels einer Zange oder eines Seitenschneiders entfernt Ihr das überstehende Blei.

 


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das überflüssige Blei kann sofort wieder in den Schmelztiegel eingefüllt werden. Es geht also nichts verloren.


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und so kommen nach und nach verschiedene Gewichtsklassen zusammen. Die sehen doch besser aus als im Laden gekauft, oder?

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hier ist die Schlacke zu sehen die sich im laufe der Zeit sammelt und die Ihr wie bereits erwähnt immer wieder abschöpfen solltet.

 

 


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und so sieht das Endprodukt dann aus. Ein sehr sauber gefertigter Bleikopf der bereit ist zum Einsatz am Wasser. Macht im übriegen sehr viel Spaß so eine Gießaktion und spart wiegesagt jede Menge Geld. Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachmachen.


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Fotos und Bericht von Tom Rustmeier
 
  Copyright 2006 - 2017 by Tom Rustmeier